Sterblichkeit bei Herzerkrankungen


Deutliche regionale Unterschiede
Sterblichkeit bei Herzerkrankungen

Die Deutsche Herzstiftung hat in ihrem neuesten Herzbericht Daten aus dem Jahr 2012 offengelegt. Insgesamt lässt sich ein leichter Anstieg der Sterblichkeit bei Herzerkrankungen bemerken. Bei näherer Betrachtung zeigt sich eine ungleiche Risikoverteilung in den einzelnen Bundesländern. Auch geschlechterspezifische Unterschiede machen sich deutlich bemerkbar.

Sterblichkeit bei Herzerkrankungen leicht angestiegen

Jährlich veröffentlicht die Deutsche Herzstiftung einen gemeinsamen Bericht mit den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie, Herzchirurgie und Kinderkardiologie. Ausgehend von Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeitsziffern beurteilen die Experten auch die medizinische Versorgung der Herzkranken. Laut Statistik verstarben 2012 knapp 25.200 Personen an Herzrhythmusstörungen. 2011 waren es circa 23.700. Bei Herzschwäche stieg die Zahl von 45.428 auf 46.410, bei Klappenkrankheiten von gut 14.000 auf fast 15.000 und bei Herzinfarkten von rund 52.100 auf 52.500. „Dieser – wenn auch leichte – Anstieg bei den Herzinfarkttodesfällen zeigt, wie weiterhin wichtig Verbesserungen insbesondere in der Effizienz des Notarztsystem in den bevölkerungsarmen oder schlecht versorgten Gegenden sind“, kommentiert Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, das Ergebnis.

Regionale Unterschiede

Von Handlungsbedarf zeugen vor allem die regionalen Unterschiede in der Statistik. Richtungsweisend ist dabei die Sterbeziffer für Herzinfarkte. So verstarben von 100.000 Einwohnern in Brandenburg 105 an Herzinfarkt, in Sachsen-Anhalt 103, in Sachsen 94, in Thüringen und in Mecklenburg-Vorpommern 79. Bezeichnenderweise ist in diesen Bundesländern die Versorgungsdichte mit Kardiologen besonders gering. Als weitere Ursache für die regionalen Unterschiede betrachten Experten ein geringeres Präventionsbewusstsein und einen niedrigeren sozioökonomischen Status der Bevölkerung in den strukturschwachen Regionen. „Mehr ambulante Diagnostik und Therapie neben der stationären könnte die medizinische Versorgung verbessern,“ erklärt Prof. Meinertz. Insbesondere das Modell der Brustschmerz-Ambulanz soll mit Hilfe der Gesetzlichen Krankenkassen ausgebaut werden.

Frauen doppelt so häufig von bestimmten Herzerkrankungen betroffen

Schwerer zu deuten sind die geschlechtertypischen Unterschiede in der Statistik. Dass Frauen häufiger an bestimmten Herzerkrankungen versterben, zeigte sich schon in den Vorjahren. Im Jahr 2012 hielt das Phänomen weiter an. So verstarben 30.850 Frauen und 15.560 Männer an Herzschwäche. Dies ergibt eine um 89,8 Prozent höhere Sterblichkeit für Frauen als für Männer. Klappenkrankheiten sowie Vorhofflattern und Vorhofflimmern forderten unter den Frauen sogar doppelt so viele Todesopfer wie unter den Männern. „Wie es zu diesen drastischen Unterschieden insbesondere bei der Herzschwäche und beim Vorhofflimmern kommt, bedarf einer genaueren Analyse, um mögliche Lücken in der Versorgung und Therapie herzkranker Frauen zu schließen“, betont Prof Meinertz.

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